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Internationale Akademie für Pathologie
Deutsche Abteilung e.V.
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53227 Bonn

63 - Pathologie der Knieregion – unter Berücksichtigung versicherungsmedizinischer Aspekte –

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Autor

Annette Fisseler-Eckhoff, Wiesbaden, K.-M. Müller, Münster, 2009

Anamnese-/Diagnoseliste

Anamnesen_LS63.pdf pdf-Datei, 23,79 KB
Diagnosen_LS63.pdf pdf-Datei, 3,36 KB

Fall 01
Meniskuspräparat eines männlichen Totgeborenen von 50 cm Länge und 2700 g Gewicht. Nach dem Obduktionsbefund reifes, männliches Totgeborenes mir vorgeschrittenen Mazerationszeichen (bei der Schnittserie wurden zwei Meniskuspräparate aufgearbeitet).

Fall 02
28-jähriger Mann
Präparat
vom Außenmeniskus des linken Kniegelenkes: Entfernung des linken Außenmeniskus bei einer komplexen traumatischen Läsion mit frischer traumatischer Dissektion des Außenmeniskus. 3,3 cm langes, halbkreisförmiges Präparat mit aufgerauter Außenzone.

Fall 03a
88 Jahre alt gewordene Frau
Obduktionsgut
Entnahme der Präparate im Rahmen einer Studie. Klinische Daten über wesentliche Vorerkrankungen der Kniegelenke nicht bekannt.
Hauptkrankheit und Todesursache
Perforiertes Oesophahuaskarzinom, septischer Schock.
Präparat Nr. 3a:
Rechtsseitiger medialer Meniskus
Präparat Nr. 3b
Rechtsseitiger lateraler Meniskus

Fall 03b
88 Jahre alt gewordene Frau
Obduktionsgut
Entnahme der Präparate im Rahmen einer Studie. Klinische Daten über wesentliche Vorerkrankungen der Kniegelenke nicht bekannt.
Hauptkrankheit und Todesursache
Perforiertes Oesophahuaskarzinom, septischer Schock.
Präparat Nr. 3a
Rechtsseitiger medialer Menisku s
Präparat Nr. 3b:
Rechtsseitiger lateraler Meniskus

Fall 04a
Anamnese
66Jahre alt gewordener Schreiner
Obduktionsgut
Anamnetisch keine bekannten Kniegelenkbeschwerden.
Hauptkrankheit:
Coronare Herzkrankheit, alter Herzinfarkt, cardiogener Schock.
Präparat Nr. 4a:
Lateraler, leicht gelb-braun gefärbter, halbkreisförmiger rechtsseitiger Meniskus.
Präparat Nr. 4b:
Medialer rechter Meniskus. Schräg verlaufender, 2 cm tiefer, keilförmiger Defekt am Innenraum.

Fall 04b
Anamnese
66Jahre alt gewordener Schreiner
Obduktionsgut
Anamnetisch keine bekannten Kniegelenkbeschwerden.
Hauptkrankheit
Coronare Herzkrankheit, alter Herzinfarkt, cardiogener Schock.
Präparat Nr. 4a
Lateraler, leicht gelb-braun gefärbter, halbkreisförmiger rechtsseitiger Meniskus.
Präparat Nr. 4b:
Medialer rechter Meniskus. Schräg verlaufender, 2 cm tiefer, keilförmiger Defekt am Innenraum.

Fall 05
65 Jahre alter Mann
Mehrjährige Tätigkeit Schlosser unter Tage.
Aktuelle Anamnese:
3 Wochen vor der Operation beim A ussteigen aus dem Auto das linke Knie verdreht.
Klinischer Befund:
Deutlicher Druckschmerz über medialem Gelenkspalt. Heftiger Rotationsschmerz und Streckhemmung.
Arthroskopie
am 01.10.1986:
Patellagleitlager in der Mitte und mediale Kondyle 2.-gradig aufgebrochen. Lappenriß des Innenmeniskus am Hinterhorn mit Auffaserung der umgebenen Meniskusanteile. Arthroskopische Resektion der lädierten Meniskusanteile und Knorpelglättung von medialer Kondyle und Patellagleitlager.

Fall 06
50 Jahre alter Fliesenleger
Anamnese:
Seit 2 Jahren vor OP andauernde Schmerzen im rechten Kniegelenk, ohne innerliches adäquates Trauma.
ArthrografischerBefund 1 Monat vor OP
Läsion des Außenmeniskus am rechten Kniegelenk. 4 Wochen später Arthrotomie.
Entfernung des Außenmeniskus, der im Bereich am Übergang vom vorderen zum intermediären Anteil bis zum Hinterhorn abgerissen war. Luxation des Hinterhornanteils in die Fossa interkondylica. Entfernung eines vergrößerten und verdickten, stark deformierten, bis 9,5 cm langen „Meniskuspräparates“. Intraoperative Diagnose eines retropatellaren Erweichungsherdes.
Präparat:
Teile des stark deformierten, 9,5 cm langen, rechtsseitigen Außenmeniskusresektates.

Fall 07
57 Jahre alter Mann
Klinische Angaben zur Begutachtung:
Innenmeniskus links, basisnaher hinterer Abriss.
Ergänzende angeforderte Anamnese:
6 Tage vor OP beim A ufstehen aus Sitzen in der Hocke mit Innenrotation des linken Unterschenkels gegen den Oberschenkel heftige Schmerzen im Knie. Klinischer Befund: Deutlicher Kniegelenkserguß links. Schmerzhafte Bewegungseinschränkung und Zeichen einer Innenmeniskusläsion.
ArthroskopischerBefund 6 Tage nach Ereignis:
Frischer basisnaher Längsriß des Innenmeniskushinterhorns bis zur Pars intermedia reichend. Resektion des Innenmeniskushinterhorns.
Präparat:
Bis 4,5 cm langes, an einer Seite stark ausgefasertes Meniskusstück mit Pinzettenabdruck. Postoperativ geringer Reizerguß. Krankenhausentlassung am 8. Postoperativen Tag. Zur Frage steht der Befund eines 6 Tage alten Meniskusrisses.

Fall 08
32-jähriger Mann
Bei stationärer Aufnahme Beschwerden im rechten Knie bei Zustand nach Sportunfall 5 ½ Wochen vorher.
Nachträglich angeforderte Anamnese mit klinischem Befund
Mäßiger Erguss, schmerzhafter Patelladruck, Druckschmerz im medialen Gelenkspalt und am lateralen oberen Patellapol. Beweglichkeit engradig schmerzhaft und schmerzhafte Streckung im rechten Kniegelenk.
ArthroskopischerBefund
2.-gradig Knorpelaufbruch an der Patellarückfläche. 10 ml seröser Erguss. Synovialisverwachsungen im oberen Rezessus.

Fall 09
15 Jahre alter Handballspieler (Leistungssportler)
Anamnese
Seit einem halben Jahr Beschwerden im linken Kniegelenk nach Feststellrotationstrauma beim Handballspiel. Deutliche Schmerzhaftigkeit unter Belastung sowie Schwellneigung nach stärkerer Aktivität und diskretes Hinken. Mehrmals Blockierungen. Einnahme der Hocke nicht mehr möglich.
Untersuchungsbefund:
Erheblicher Druckschmerz am medialen Gelenkspalt. Innenmeniskusschädigungszeichen linksseitig positiv.
ArthroskopischerBefund:
Im medialen Kompartiment basisnaher, in der Fossa eingeschlagener Korbhenkelriß des Innenmeniskus, der auf Grund erheblicher Zerstörung keine Möglichkeit zur Refixation bot. Resektion des Korbhenkels. Krankenhausentlassung am 5. Postoperativen Tag
Präparat
Region des ausgefransten, bis 1 cm dicken und bis 4,2 cm langen Resektates.

Fall 10
35-jähriger Patient /technischer Angestellter), Hobby-Fußballer
Anamnese:
Ca. 2 Jahre vor der Operation Fußballtrauma mit Kreuzbandruptur. Zustand nach Kreuzbandersatzplastik mit einem Patellasehnentransplantat. In letzter Zeit starke Einschränkung der Kneigelenksbeweglichkeit sowie Schmerzen am tibialen Ansatz.
Klinische Diagnose:
Verdacht auf Kreuzbandreruptur Arthroskopischer Befund: Keulenartiger Pseudotumor am tibialen Ansatz der Kreuzbandplastik.
Präparat:
Membranöses, lipomatös besetztes 6 x 3 x 0,8 cm messendes grau-braunes Gewebestück.

Fall 11
28 Jahre alter Mann
Keine besondere Berufsanamnese. 5 Jahre vor OP Fußballtrauma. In letzter Zeit zunehmend Einklemmungen. Arthroskopisch frische Blutungsstellen am hinteren Ansatz.
Klinische Diagnose
Kompletter Korbhinkelriß links innen.
Präparat
5,3 am langer, herdförmig gelb gefärbter, hinterer Meniskusabschnitt mit oberflächlichen Defektzonen und keilförmigem Defekt an inneren Rand. Deutlicher Pinzettenabdruck.

Fall 12
16 Jahre alter Fußballspieler („kein Profi“)
Seit 6 Monaten vor OP ohne konkretes Unfallereignis. Erste Einklemmungserscheinungen an der Innenseite des linken Kniegelenkes mit vorübergehender leichter Schwellung einige Stunden nach einem Fußballspiel. In letzter Zeit täglich Blockierungen mit Streckhemmung und immer Schmerzen medial. Klinischer Untersuchungsbefund und Röntgenaufnahmen bis auf einen Druckschmerz am linken Innenmeniskus unauffällig.
ArthroskopischerBefund
Korbhenkelartig gerissener Innenmeniskus mit Querriß im mittleren Bereich.
Arthrotomie:
Korbhenkelförmig eingerissener Innenmeniskus, teils in den Interkondylenraum luxiert. Bei Querriß im Mittelstück schmalere vordere und breitere hintere Zunge, die nach Ablösung aus der Klemme rutscht und erst nach mehreren Spülungen entfernt werden kann. Belassen der glatt begrenzten Restbasis von 3 mm Breite.
Empfehlung der behandelnden Orthopäden im Abschlußbericht : „Mindestens ein Jahr kein Fußball spielen“.

Fall 13
57 Jahre alter Mann, Freizeitsportler
Anamnestisch „evtl. Trauma vor 2 bis 3 Jahren“. Bei der klinischen Untersuchung Instabilität des Kniegelenkes mit Kreuzbandlockerung.
ArthroskopischerBefund:
Kreuzbandelongation. Hinterhornaufbauschaden des Meniskus. Arthroskopische Entfernung einer Innenmeniskuszunge des hinteren Abschnittes vom rechten Innenmeniskus in Ansatznähe.
Präparat:
1 cm im Durchmesser großes, grau-weißes Gewebsstück (in den letzten Präparaten der Schnittserie leider nur noch wenig Material!!).

Fall 14
Anamnese
Bis zum 30. Lebensjahr aktiver Fußballspieler. Weitere sportliche Aktivitäten wegen Beschwerden abgebrochen. Seit September 1986 rezidivierende Schmerzen im linken Knie mit Schwellung. Anfang Oktober 1986 arthroskopische Innenmeniskusteilresektion.
Damaliger pathologisch-anatomischer Befund:
Mittelgradige degenerative Meniskusveränderung. Hinweis für einen jüngeren, zeitlich fortschreitenden Längsriß des linken Innenmeniskus. Nach Krankenhausentlassung weiterhin Schwellungen und Schmerzen.
Gut 3 Monate nach Erstoperation wegen fortbestehender Schmerzen unter Belastung und Zunahme der Beschwerden nach Umknicken arthroskopische Entfernung des linken Restmenikus. Zusätzliche Diagnose knöchernden Bandausrisses am oberen Ansatz des Innenbandes des rechten Knies.
Präparat:
1,5 cm langes Innenmeniskusnachresektat bei Zustand nach vorausgegangener Teilresektion gut 3 Monate vorher.

Fall 15
Anamnese:
Zustand nach endoprothetischer Versorgung der rechten Hüfte 1970 und der linken Hüfte 1971. Zustand nach varisierender Umstellungsosteotomie des linken Tibiakopfes 1983.
In den letzten Wochen vor der Operation zunehmende Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenkes mit Verdacht auf Außenmeniskusschädigung. Kein Hinweis für Stoffwechselerkrankungen, keine intraartikulären Injektionen.
Klinische Angaben zur Begutachtung:
„Degenerativer Meniskusschade“
Operationsgut
Durch Arthrotomie entfernte, 3 stark deformierte Gewebsstücke bis 4 cm im Durchmesser.
Präparat:
Aufarbeitung des größten Stückes für die Schnittserie.

Fall 16
58-jähriger Mann (Versicherungsvertreter)
Anamnese
Seit einem ¾ Jahr Beschwerden in beiden Kniegelenken bewegungsunfähig.
Untersuchungsbefund:
Schmerzen über dem medialen Gelenkspalt. Innen-Meniskuszeichen positiv.
ArthroskopischerBefund
Chondromalazia patellae 2°. Die Gelenkoberfläche sowie das Meniskusgewebe und das Synovialisgewebe schwärzlich bis blau-schwarz verfärbt. Das Meniskusgewebe eingerissen. Nachweis eines freien Gelenkkörpers.
Präparat:
Mehrere unregelmäßige, schwarz-graue Gewebsstück, die oberflächlich teils glatt sind. Zusammen 2,5 x 3 x 0,3 cm. Umschrieben kleine weißliche Oberfläche bis 0,1 cm gro - ße Stippchen.

Fall 17
83 Jahre alte Frau mit deutlicher Skoliose
Seit Jahren beidseitige Kniegelenksbeschwerden, die in den letzten Wochen vor der Operation zugenommen hatten und zu vermehrten Bewegungseinschränkungen führten. Unauffällige Laborparameter.
Klinisch-arthroskopischerBefund linkes Knie
20 ml seröser Gelenkerguß. Zottig verdickte Synovialis. Aufbruch der medialen Kondylen. Krankenhausentlassung 7 Tage nach der Operation!
Präparat
Teile des bis 3,2 cm im Durchmesser großen aufgefaserten Resektates. Dieses Präparat soll u.a. demonstrieren, dass relativ schonende arthroskopische Operation auch im hohen Lebensalter möglich sind und zur wesentlichen Linderung des Beschwerdebildes führen.

Fall 18
27 Jahre alter Mann (Polizeimeister)
Vorgeschichte
Vor dreieinhalb Jahren Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenkes ohne erinnerliches Trauma. Seinerzeit arthroskopische Operation mit partieller Außenmeniskusentfernung. Zunächst beschwerdefrei. Vor 6 Monaten erneut Beschwerden im rechten Kniegelenk nach Belastung. 8 Wochen vor OP im Rahmen des Dienstsportes Tritt gegen die Außenseite des rechten Kniegelenkes, seitdem Beschwerden in diesem Bereich.
Klinischer Befund:
Regelrechte Konturen im rechten Kniegelenk, kein Erguss, frei bewegliche Kniescheibe, reizlose Arthroskopienarbe. Druckschmerz im mittleren und hinteren Anteil des äußeren Gelenkspaltes des rechten Knies. Palpable kleine Resistenz.
Ergänzende Anamnese:
18 Jahre Fußball gespielt, beruflich keine besonderen kniebelastenden Tätigkeiten.
Präparat:
Ovales 3 x 1,6 cm im Durchmesser großes Gewebestück mit einem 6 mm im Durchmesser großen polyzystischen Anteil.

Fall 19
20 Jahre alter technischer Angestellter, kein Leistungssportler
Anamnese:
Seit einem halben Jahr Beschwerden im linken Kniegelenk, belastungsunabhängig mit Bewegungseinschränkungen, Gelenkschwellungen und Crepitus. Mehrmals Blockierungen. Die Veränderungen auf ein Kniegelenk beschränkt.
Untersuchungsbefund:
Palpable kleine frei Gelenkkörper im Bereich der Kniekehlenregion sowie oberhalb der Patella tastbar.
Radiologischer Befund:
Linkes Kniegelenk in Seitenaufnahme mit Nachweis von relativ scharf begrenzten Klassifikationen im Bereich des Kniegelenkes. Diese sowohl im Bereich des Weichgewebes als auch im kniegelenkspalt und in der Patellaregion nachweisbar.
ArthroskopischerBefund:
Intraartikulär zahlreiche zum Teil frei im Gelenk flotierende Gelenkkörper. Die Synovia erscheint milchig weiß von fester Konsistenz mit zahlreichen Knorpelknötchen, die eine kopfsteinpflasterartige Umgestaltung der Synovia bedingen. Adhärente blumenkohlartige Knorpelproliferate neben frei im Gelenk flotierenden Knorpelstückchen.

Fall 20
Anamnese
56-jähriger Patient
Klinik
Auffallende Weichgewebsschwellungen der Knieregion. Probebiopsie der tumorösen Veränderungen am Knie.
Nach Diagnose endgültige Tumorresektion unter Einschluss des gesamten Knies mit Implantation einer Endoprothese.

Fall 21
Anamnese
65-jährige Patientin
Klinik
Weichgewebsschwellungen im Bereich der linksseitigen Kniekehle, nach dem bildgebenden Verfahren etwa 9 cm Größe.
Nach Biopsie endgültige Tumorresektion:
Tief gelegener Weichgewebstumor über 16,2 x 8,1 x 11,6 cm, Schnittfläche mit überwiegend knotig soliden und myxoiden Tumorformationen.

Fall 22
Anamnese
46 Jahre alter Mann
Klinik
Knötchenförmige Weichteilläsion aus der Kniekehle. Zustand nach Knieoperation vor einem Jahr

Fall 23
Anamnese
80 Jahre alte Frau
Klinische Angaben:
„ Artheromknoten am rechten Knie“. Begutachtung eines anderen Präparates 2 Jahre zuvor mit Angabe Knoten im Finger.

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