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Internationale Akademie für Pathologie
Deutsche Abteilung e.V.
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53227 Bonn

89 - Schwangerschaftsbezogene Trophoblasterkrankungen

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Autor

L.-C. Horn, Leipzig, M. Vogel, Leipzig, 2009

Anamnese-/Diagnoseliste

Anamnesen_LS89.pdf pdf-Datei, 19,19 KB
Diagnosen_LS89.pdf pdf-Datei, 3,31 KB

Fall 01
38-jährige Frau zwei Geburten 1981 und 1985, zuletzt Interruptio Januar 1995. Oktober 1994
fraktionierte Abrasio wegen Zwischen- und Kontaktblutungen (Histologie nicht bekannt).
Seit 1,5 Jahren bekannter Uterus myomatosus, jetzt mit Wachstumstendenz. Bis vor 2 Wochen
orale Kontrazeption, seit anderthalb Wochen Zwischenblutungen.
Abrasio, vier Tage später abdominale Hysterektomie ohne Adnexe. Das Präparat stammt vom
Abrasionsmaterial.

Fall 02
34-jährige Patientin:
Hysterektomie wegen nicht stillbarer Blutung und inzipientem Abort.

Fall 03
30-jährige Patientin mit Interruptio vor 6 Jahren und Spontangeburten vor 9 und einem Jahr, vor 8 Monaten Regeltempostörung mit Dauerblutung. Jetzt rezidivierende pulmonale Beschwerden und Gewichtsverlust von 15 kg innerhalb von 2 Monaten.
Klinisch Verdacht auf Lungentuberkulose mit tuberkulostatischer Therapie. Bei Therapieresistenz und differentialdiagnostischem Verdacht auf M. Boeck offene Lungenbiopsie, von der das Präparat stammt.
Makroskopie
4,5 x 2,5 x 1 cm messendes, teils pleurabedecktes Lungenexzisat. Feinknotige Schnittflächen mit bis 0,1 cm messenden Herdchen.

Fall 04
17-jährige I.-G. 0.-P.
Spätabort 17. SSW. Blutungen post Abortum. Nach 2 Wochen Abrasio wegen Verdacht auf Plazentagewebsreste.

Fall 05a
43-jährige Frau
Zustand nach Entbindung vor 8 Monaten. Im Wochenbett keine Auffälligkeiten. Jetzt: massive vaginale Blutung, Verdacht auf Abort. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft wird jedoch von der Patientin verneint.
Makroskopie:
(5A)
Sehr blutreiches Abrasionsmaterial. Kein Plazentagewebe. Nach ca. 1 Woche erneut stärkergradige Blutungen. Bei abgeschlossener Familienplanung (2 gesunde Kinder) Entschluß zur Hysterektomie.
Makroskopie
(5B)
Uterus 140 g, SL: 9 cm. 2 x 0,6 cm messende breitbasige dunkelbraune polypöse Läsion im oberen Corpus uteri. 25 mm Myometrium, knotenfrei. 8 mm flaches dunkelbraunes polypöses Gebilde im inneren Muttermund.
Hier: Schnitt: Corpus uteri.

Fall 05b
43jährige Frau
Zustand nach Entbindung vor 8 Monaten. Im Wochenbett keine Auffälligkeiten. Jetzt: massive vaginale Blutung, Verdacht auf Abort. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft wird jedoch von der Patientin verneint.
Makroskopie
(5A)
Sehr blutreiches Abrasionsmaterial. Kein Plazentagewebe. Nach ca. 1 Woche erneut stärkergradige Blutungen. Bei abgeschlossener Familienplanung (2 gesunde Kinder) Entschluß zur Hysterektomie.
Makroskopie
(5B)
Uterus 140 g, SL: 9 cm. 2 x 0,6 cm messende breitbasige dunkelbraune polypöse Läsion im oberen Corpus uteri. 25 mm Myometrium, knotenfrei. 8 mm flaches dunkelbraunes polypöses Gebilde im inneren Muttermund. Hier: Schnitt: Corpus uteri.

Fall 06
39-jährige
VIII.-G. V.-P. Abortus incompletus, Saugkürettage. Beta HCG-Spiegel über 100 000 JU/1. Diagnose: Blasenmole. Absinken, dann erneutes Ansteigen der Beta- HCGWerte.
Rekürettage.
Histologie: Persistierende Blasenmole. Weiter ansteigene Betra-HCGWerte, daraufhin hysterektomie mit Salpingektomie beidseits.
Makroskopie
Uterus ohne Adnexen 195 g, Sondenlänge 8 cm. 18 x 15 x 3 mm großer Knoten im linken Tubenwinkel.

Fall 07
30-jährige I.-G. I.P.
Geminigravidität 18 SSW. Blutungen. Placenta praevia totalis. Eine Fruchthöhle leer. Sectio parva.
Makroskopie:
Getrennte Zwillingsplazenta.Plazenta A (Schnittpräparat): 200 g, multiple blasige Strukturen der Schnittflächen (Plazenta B: 95 g, unauffällige Schnittflächen).

Fall 08
28-jährige Frau
Letzte Schwangerschaft vor 1 ½ Jahren. Letzte Regelblutung vor 6 Wochen. Gering erhöhte Beta-HCG-Werte: 300 – 400 IU/I.

Fall 09
33-jährige II.-G. I.-P.
Abortus incompletus 11. SSW.
Makroskopie:
19 g, davon teileröffneter Fruchtsack, Durchmesser 35 mm. Embryo 12 mm, globale Entwicklungsstörung (GD 4).

Fall 10
40-jährige Patientin mit Abortus incipiens. Sonographisch VD auf Windmole. CurettageMaterial von 5 cm, hochgradig hämorrhagisch.

Fall 11
27-jährige I.-G. I.-P.
Spontangeburt 35 SSW. Postnatale Blutungen, Uterusatonie. Abdominelle Hysterektomie.
Makroskopie:
Uterus 665 g, Sonderlänge 15 cm. Ca. 8 cm messender Wanddefekt der Corpushinterwand. Intramurale frische Blutung. 2 cm großes intramurales Myom. Placenta fragmentiert, Rechtgewicht 305 g.

Fall 12
31-jährige II.-G., O-P.
Vor 10 Wochen Saugcurettage wegen Abortus incipiens (Abortmaterial nicht untersucht); wenige Wochen später Schmierblutung. Jetzt erneute Abrasio.
ß-HCG-Wert zum Zeitpunkt der Abrasio über 100.000I./U.1.
Makroskopie:
spärliches Abrasionsmaterial. Bis gut reiskorngroße Gewebspäne, zus. 1,8 g.

Fall 13
28-jährige II.-G. I.-P.
Missed abortion, 9. SSW.
Makroskopie:
22 g, davon 15 g Fruchtsackgewebe. Mehrere Gruppen plumper, bis stecknadelkopfgroßer Zotten.

Fall 14
Postmenopausale Patientin mit einem in der Abrasio histologisch gesichertem malignen epithelialen Tumor – Hysterektomie. Im Präparat ein Tumor des Cavum uteri.

Fall 15
26-jährige III.-G. II.-P.
Drohender Abort, Blutungen.
Saugkürettage: Nekrotische Dezidua, Trophoblastzellen. Beta-HCG: 1100IU/1. 2.
Kürettage: Verdacht auf Chorionkarzinom. Beta-HCG: 182 IU/1.
Ultraschall: Ins Myometrium reichender Tumor. Bei abgeschlossener Familienplanung Hysterektomie, Beta-HCG postoperativ 12 U/1.
Makroskopie
Uterus 93 g, 4,5 cm Tumor mit Koagel, weiche Konsistenz.

Fall 16
36-jährige II.-G. II.-P.
Spontangeburt 38 SSW.
Makroskopie
Normgewicht der Plazenta. Knapp 3 cm messender chronischer Infarkt.

Fall 17
33-jährige VIII.-gravida, VI.-para mit unauffälliger Termgravidität vor 6 Monaten.
Vorstellung jetzt mit dysfunktioneller Blutung seit ca. 5 Wochen.
Die bimanuelle gynäkologische Untersuchung zeigte einen kleinen Uterus, jedoch den Verdacht auf einen endozervikalen Tumor (klinisch FIGO-Stadium IB1).
Die daraufhin durchgeführte Abrasio und Portiobiopsie ergab ein schlecht differenziertes Plattenepithelkarzinom. 14 Tage später radikale Hysterektomie nach Wertheim- Meigs, von der das Präparat stammt.
Makroskopie:
Uterus 10 x 8 x 6 cm. Hämorrhagischer, nekrosereicher Tumor des gesamten Corpus uteri. Tiefe Infiltration der Corpuswand, Infiltration der Cervix uteri.

Fall 18
41-jährige Patientin mit Tubensterilisation vor 7 Jahren. Klinisch VD auf Uterus myomatosus und chronische Endometritis. Fraktionierte Abrasio mit Nachweis von Trophoblastzellen, Hysterektomie.
Uterus: 350 g, 11.8 x 10.5 x 5.5 cm. 7.2 x 4.6 x 4.4 cm gut umschriebener nekrotischer Tumor im unteren Uterinsegment. Ruptur in das Cavum uteri.

Fall 19
53-jährige Patientin, III.-gravida, II.-para, Interruptio vor 24 Jahren, Regelpause vor 3 Monaten, jetzt Dauerblutung. Bei Klinikaufnahme war der Uterus vergrößert mit weicher Konsistenz, sonographisch feinzystische Strukturen im Cavum uteri. Abrasio unter OxytocinTropf. Das Material stammt von dem Abrasionsmaterial.

Fall 20
18-jährige II.-G. I.-P.
Missed abortion 11 SSW.
Makroskopie:
23 g, multiple derbe Gewebespäne. Kein Fruchtsackgewebe abgrenzbar.

Fall 21
37-jährige Frau.
Missed abortion rechn. 15 SSW.
Makroskopie:
39 g. 24 g fragmentierter Fruchtsack, max. 26 mm Restdurchmesser. Rechter Unterschenkel: 18 mm, mit Fuß 15 mm.

Fall 22
25-jährige I.-G. I.-P.
Zustand nach Missed abortion mit Abrasio. Schmierblutungen. Erhöhte Beta-HCG-Werte, ansteigend. Recurettage.
Makroskopie
Zusammengelegt 6,5 cm Abortmaterial, blutreich. Makroskopisch und lupenoptisch kein Zottengewebe, insbesondere keine Zottenblasen.

Fall 23
32 Jahre alte Patientin mit Zustand nach Sectio caesaria vor 7 Monaten. Jetzt massive Blutung ex utero, letzte Regel vor 6 Wochen.
Klinisch
Verdacht auf abgelaufenen Abort. Nach zweimaliger Abrasio abdominale Hysterektomie mit Entfernung der rechten Adnexe und einer Sampling- Lymphonodektomie aufgrund intraoperativ vergrößerter Lymphknoten rechts.
Makroskopie:
67 gr Uterus von 10,5 x 6 x 5 cm. Auf der Schnittfläche ein das gesamte Cavum uteri ausfüllender grauroter Tumor von 4 x 4 x 3,5 cm mit einzelnen Hämorrhagien sowie Nekrosearealen, die ca 30 % der Gesamttumormasse einnehmen. Fragliche beginnende Infiltration des Myometriums. Rechte Adnexe auffällig.

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